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Eleonoren-Gymnasium

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Das Eleonoren-Gymnasium in Worms wurde zwischen 1904 und 1906 nach Plänen von Georg Wilhelm Metzler als überkonfessionelle höhere Mädchenschule errichtet und stellt ein bedeutendes Beispiel für repräsentative Bildungsarchitektur im frühen 20. Jahrhundert dar. Der Gebäudekomplex besteht aus drei Hauptteilen: dem Direktorenwohnhaus, der Turnhalle und dem dreigeschossigen Schulbau, der angewinkelt zum benachbarten Wasserturm steht. Um sich gestalterisch in den städtebaulichen Kontext einzufügen, wurden ähnliche Materialien verwendet, darunter Basaltlava im Sockelbereich sowie gelbgrünlicher Sandstein mit Bossierung im Erdgeschoss.
HAUPTFASSADE MIT TURMABSCHLUSS VOR 1944 STADTARCHIV WORMS NR. 7722
HAUPTFASSADE MIT TURMABSCHLUSS VOR 1944 STADTARCHIV WORMS NR. 7722
GOTISCHES EINGANGSPORTAL STADTARCHIV WORMS NR. M7556
GOTISCHES EINGANGSPORTAL STADTARCHIV WORMS NR. M7556
ANSICHT SÜDFASSADE STADTARCHIV WORMS NR. M10503
ANSICHT SÜDFASSADE STADTARCHIV WORMS NR. M10503
ANSICHT WESTFASSADE STADTARCHIV WORMS NR. M10504
ANSICHT WESTFASSADE STADTARCHIV WORMS NR. M10504
Die Architektur ist stark vom Historismus geprägt und orientiert sich insbesondere an der Gotik. Dies zeigt sich in der Fassadengestaltung mit spitzbogigem Eingangsportal, Maßwerkfriesen und ornamentalem Bauschmuck. Auch die klare Symmetrie, die horizontale Gliederung der Geschosse und die regelmäßigen Fensterachsen tragen zu einem repräsentativen Erscheinungsbild bei. Die Wahl der gotischen Formensprache knüpft bewusst an den Wormser Dom an und vermittelt Werte wie Ordnung, Disziplin und Tradition, die im Kontext einer höheren Mädchenschule als besonders wichtig galten.
Der Innenraum war funktional organisiert und zugleich hochwertig gestaltet. Zur ursprünglichen Ausstattung gehörten unter anderem 15 Klassenzimmer, Lehrerzimmer auf jeder Etage sowie verschiedene Nebenräume. Die Flure waren natürlich belichtet, während die Räume mit Linoleumböden, dekorativen Friesdarstellungen und teilweise holzvertäfelten Wänden ausgestattet waren. Besonders hervorzuheben sind die Eingangshalle mit Kreuzgewölbe und Säulen sowie das Treppenhaus mit Wandmalereien.

Eleonorengymnasium
Eleonorengymnasium
Eleonorenschule und Wasserturm in Worms
Eleonorenschule und Wasserturm in Worms
Worms - Lutherkirche - Eleonorenschule
Worms - Lutherkirche - Eleonorenschule
Wasserturm - Eleonoren Gymnasium
Wasserturm - Eleonoren Gymnasium

Im Laufe der Zeit erlitt das Gebäude mehrere Veränderungen: 1921 wurde die Turnhalle durch eine Explosion zerstört, im Zweiten Weltkrieg gingen Teile wie der charakteristische Turm verloren. Nach 1945 wurde das Gebäude zeitweise als Polizeidirektion genutzt, bevor es wieder seiner ursprünglichen Funktion als Schule zugeführt wurde. Weitere Umbauten und Erweiterungen erfolgten in den folgenden Jahrzehnten, insbesondere eine umfassende Sanierung in den Jahren 1991/92.


Eleonorenschule 1874 - 1924
Eleonorenschule 1874 - 1924
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Übersicht
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Übersicht
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Direktoren
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Direktoren
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Titel
Eleonorenschule Worms - Festschrift 1874-1924_Titel
Heute wird das Eleonoren-Gymnasium weiterhin als Schule genutzt, weist jedoch teilweise Sanierungsbedarf auf. Insgesamt steht das Gebäude exemplarisch für die Verbindung von funktionaler Schularchitektur und repräsentativer Gestaltung im Historismus. Es verkörpert den Anspruch, Bildung architektonisch sichtbar zu machen und ihr eine über die reine Nutzung hinausgehende symbolische Bedeutung zu verleihen.



 
 
 
 
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