Dr. Martin Luther in der Philatelie
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Landhaussiedlung im Wormser Westend

Siedlung Westend Worms; Werner, Ferdinand / Rinker-Olbrisch, Margit: Bürgerliches Bauen in Worms 1840–1930. Wernersche Verlagsge Siedlung Westend Worms; Werner, Ferdinand / Rinker-Olbrisch, Margit: Bürgerliches Bauen in Worms 1840–1930. Wernersche Verlagsge



Die Landhaussiedlung im Wormser Westend wurde ab etwa 1910 unter der Leitung des Architekten Heinrich Metzendorf entwickelt und zählt zu den bedeutenden Wohnbauprojekten der damaligen Zeit. Ausgangspunkt war der Wunsch nach einem großzügigen, grünen Wohnumfeld, wie es der Initiator Charles Bittel aus dem Ausland kannte. Mit der Gestaltung des Pfrimmparks wurde die Grundlage für ein Villenviertel geschaffen, in das sich die Landhaussiedlung als hochwertiges Wohngebiet einfügt.
Die Bauaufgabe bestand darin, eine große, bis dahin unbebaute Fläche im städtischen Umfeld mit Einfamilienhäusern im sogenannten Landhausstil zu bebauen und attraktiv zu vermarkten. Insgesamt umfasst die Siedlung 17 Häuser, die symmetrisch angeordnet sind und durch ihre Gestaltung ein einheitliches, harmonisches Gesamtbild erzeugen. Typisch sind rechteckige Grundrisse, großzügige Gärten sowie sorgfältig geplante Wege und Freiräume.


Landhaussiedlung Worms
Landhaussiedlung - Worms Stadtplan um 1925
Landhaussiedlung Worms
Landhaussiedlung - Lageplan
Landhaussiedlung Worms
Landhaussiedlung Haus an der Alzeyer Straße 01.04.1912


Der Landhausstil verbindet ländliche Elemente mit städtischem Komfort und fand auch in Worms großen Anklang. Diese Kombination prägt das Westend bis heute: Die Siedlung steht für gehobenes Wohnen mit viel Grün, ruhiger Lage und gleichzeitig guter Anbindung an die Stadt. Dadurch entwickelte sich das Viertel zu einer wohlhabenden und begehrten Wohngegend.

Ein Beispiel für die Gestaltung ist das Haus in der Lindenallee 5, das durch seine repräsentative Lage am Eingang der Siedlung hervorsticht. Es zeigt typische Merkmale wie ein Mansarddach, helle Putzfassade, Holzläden und einen markanten Eingangsbereich. Solche Details unterstreichen die villenartige Wirkung und den gehobenen Anspruch der Siedlung.


Bauzeitliche ansichten der Häuser der Rudi-Stephan-Allee 1912; Werner, Ferdinand / Rinker-Olbrisch, Margit: Bürgerliches Bauen i Bauzeitliche ansichten der Häuser der Rudi-Stephan-Allee 1912; © Bürgerliches Bauen in Worms 1840–1930. Wernersche Verlagsges.


Landhaussiedlung01
Landhaussiedlung01
Landhaussiedlung02
Landhaussiedlung02
Landhaussiedlung03
Landhaussiedlung03
Landhaussiedlung4
Landhaussiedlung4
Landhaussiedlung5
Landhaussiedlung5


Die Landhaussiedlung ist heute gut erhalten und steht als geschlossene Denkmalzone unter Schutz. Viele Gebäude sind weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben, auch weil das Gebiet im Zweiten Weltkrieg größtenteils verschont blieb. Insgesamt zeigt die Siedlung bis heute, wie erfolgreich die Verbindung von naturnahem Wohnen und urbanem Kontext umgesetzt werden kann und wie prägend diese Planung für die Entwicklung des Westends war.

 
 
 
 
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